Steinharts kleiner Verkostungsführer

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Steinharts kleiner Verkostungsführer

Beitrag von Steinhart am Sa März 25, 2017 1:46 pm

Dieser kleine Verkostungsführer soll Teilnehmern und Gastgebern gleichermaßen Hilfestellung leisten bei der Durchführung einer SWL-Weindegustation. Neulingen kann er ein nützlicher Ratgeber sein und "alten Hasen" auch mal eine Art Check- bzw. To do-Liste.

Ablauf
Wir führen unsere Degustationen normalerweise blind durch, d.h. wir wissen zwar, welche Weine grundsätzlich zur Verkostung anstehen, aber nicht, welcher Wein wann serviert wird. Dies führt zu einer wesentlich objektiveren Bewertung und schärft alle Verkostungssinne. Das Thema wird vorab demokratisch besprochen und in der Endform letztlich vom Gastgeber festgelegt und veröffentlicht. Die Teilnehmer geben ihre Teilnahme bekannt und welche Weine sie zum Thema beitragen können. Dabei nennt jeder Spender auch den Preis für jede Flasche. Wir haben uns darauf geeinigt, nicht den aktuellen Wert, sondern den jeweiligen ursprünglichen Kaufpreis anzugeben. So profitieren wir alle gegenseitig von unseren zwischenzeitlich gereiften Weinkellern. Der Gastgeber stellt die zu verkostenden Weine aus der Reihe der so angebotenen Weine zusammen und rechnet auch abschließend mit den Spendern ab. Bei der Zusammenstellung sollte die ff. Faustregel beachtet werden: Pro Teilnehmer 2 Flaschen, wobei teilnehmende Partner(innen) zumeist nur hälftig zählen. Sofern möglich sollten auch die Weinspenden weitestgehend homogen vonstatten gehen, also möglichst gleichmäßig auf alle Schultern verteilt werden. Nach jedem Wein werden von allen Teilnehmern "auf Kommando" die vergebenen Punkte angezeigt. Wir punkten im 20-Punkte-Schema. Der Schriftführer nimmt diese Punkte auf, sammelt Beschreibungen der Eindrücke und führt diese am Ende zusammen. Im Ergebnis gibt es dann letztlich eine Rangliste mit dem Sieger und den Folgeplätzen.

Beginn der Veranstaltung
Unsere Degustationen beginnen jeweils um 15:00 Uhr. Der Respekt gegenüber unserem Gastgeber und den auf den Punkt vorbereiteten Weinen gebietet rechtzeitiges Erscheinen. Wer also noch Vorbereitungen vor Ort zu treffen beabsichtigt sollte diese Zeit entsprechend einplanen und dem Gastgebver vorab kundtun.

Die Weine
Die Weine werden vorab in geeigneter Weise ausgewählt. Der jeweilige Spender ist für die entsprechende Vorbereitung selbst verantwortlich. Dazu zählen die passende Temperierung, ggf. die Trennung vom Depot und v.a. auch das rechtzeitige Belüften, sofern erforderlich. Während der Gastgeber seine von ihm vorbereiteten Weine natürlich ggf. in der Karaffe belassen kann sind die vom Depot befreiten und ggf. belüfteten Weine vom anreisenden Teilnehmer in die saubere Originalflasche zurückzufüllen. Der Original-Korken kommt möglichst in der ursprünglichen Richtung wieder in die Flasche, d.h. die benetzte Seite ist wieder im Flaschenhals. Beim Transport ist der Wein evtl. in geeigneter Weise zu kühlen bzw. warmzuhalten. Nichts ist für uns langweiliger als einen Wein bereits an seiner Temperatur zu erkennen!

Gläser
Geeignete Gläser sind von den Teilnehmern jeweils selbst in ausreichender Zahl mitzubringen. Es hat sich hierbei bewährt, deren 3 oder gar 4 bereitzuhalten um die jeweiligen Flights parallel und ggf. auch nachverkosten zu können.
Die Gläser sollten in geeigneter Weise wiedererkennbar gekennzeichnet werden. Dies kann z.B. durch Namen und Nummern auf dem Boden geschehen oder durch wie auch immer geartete Anhänger etc. Die Kennzeichnung erleichtert das rasche Zuordnen der Gläser, nachdem sie in einem alternativen Raum befüllt wurden.

Gastgeber
Mit dem Gastgeber "steht und fällt" die Probe. D.h. das Gelingen der Veranstaltung ist in hohem Maße vom Engagement des Gastgebers - und hier insbesondere bei der gewissenhaften Vorbereitung -  abhängig. Insbesondere sollten folgende Punkte beachtet bzw. vorbereitet werden:

1. Tisch mit heller, idealerweise weißer Tischdecke. Eine einfache Einwegdecke erfüllt hier durchaus ihren Zweck und ist jeder schicken hochmodernen, aber farblich ungeeigntene Decke vorzuziehen.
2. Degu-Notizblätter in ausreichender Zahl für alle Teilnehmer nebst entsprechendem Schreibwerkzeug
3. Punktekarten für jeden Teilnehmer (ähnlich der Schilder der Punkterichter beim Eiskunstlauf). Diese können gerne beim Verfasser angefordert werden.
4. Mindestens 1 Spucknapf
5. Liste der zu verkostenden Weine, aufgegliedert in passende Flights
6. Ausreichend Brot und Wasser (mit und ohne Kohlensäure) auf dem Tisch
7. Nicht zwingend notwendig, aber schön wäre Informationsmaterial zum Verkostungsthema wie z.B. Weinbeschreibungen oder auch eine Karte zur besseren geographischen Orientierung.
8. Der Verkostungsraum sollte hell und nicht zu warm sein.
9. Bei Blindproben (und die meisten unserer Proben werden blind durchgeführt) ist ein geordneter Ablauf zu organisieren. U.a. ist ein "Musterglas" bereitzustellen mit entsprechendem Eichstrich (0,05 Ltr) und die entsprechenden Flaschen zu nummerieren. Dadurch können auch unbedarftere Helfer wie z.B. die Ehefrau die einzelnen Probengläser sicher befüllen und im Anschluß die Lösung präsentieren. I.d.R. werden die Weine nach jedem Flight aufgedeckt.

WICHTIG: Keine brennenden Kerzen im Raum. Verzicht auf Ananas bei evtl. Speisen. Auch sollten vor und während der Verkostung möglichst keine deftigen Speisen gereicht werden, da diese die Sensorik beeinträchtigen können.

Teilnehmer
Die Teilnehmer bringen ihre Verkostungsgläser jeweils selbst mit. Weiterhin ist es mittlerweile Tradition und gute Sitte geworden, pro Person ein Stück Käse mitzubringen. Je ausgefallener die Wahl der Käsesorten umso beliebter .....
Jeder entscheidet letztlich selbst über die Art seiner Anreise, doch sollte hierbei immer der ÖPNV favorisiert werden. Die evtl. vorherige Absprache einer gemeinsamen Anreise spart möglicherweise Geld und schafft entsprechende Kurzweil. Es war zu Beginn unseres SWL einmal Brauch, daß der Gastgeber der scheidenden Truppe dann entsprechende "Wegzehrung" mitgab .....
Sofern vorhanden ist die persönliche SWL-Kette während der Veranstaltung zu tragen.

Schlußwort
Der Verfasser möchte keinesfalls eine Überreglementierung eines ansonsten lockeren Events! Spaß und Lustgewinn stehen stes im Vordergrund. Aber die Erfahrung zeigt eben auch, daß es gewisser Basismaßnahmen bedarf um eben dieses auch sicherzustellen. Und das wollen wir ja schließlich alle!
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